Die Asiatische Tigermücke in Europa

In Deutschland wurde die Asiatische Tigermücke bereits 2007 zum ersten Mal nachgewiesen. In einer Eiablagefalle (Ovitrap) auf einem Autobahnparkplatz an der A5.

Im selben Jahr gab es eine Epidemie des Chikungunya-Virus (CHIKV) in Norditalien:
Ein Mann aus Indien reist nach Norditalien und in seinem Körper befindet sich bereits das Chikungunya-Virus (CHIKV). Er dient als Blutwirt und initiale Infektionsquelle. In kürzester Zeit tauchen 217 Fälle von CHIKV mit einem gemäßigtem Krankheitsverlauf und einem Todesfall auf.

Auslöser: Die asiatische Tigermücke (auch: Aedes albopictus, ihr Synonym: Stegomyia albopicta). Bereits Anfang der 90er Jahre entdeckt man erstmals Exemplare dieser Mückenart in Italien. Sie kann mehr als 20 Viren übertragen und gilt als hartnäckig und aggressiv.

In Freiburg gab es im Jahr 2015 laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine ähnliche Situation wie in Norditalien. Entdeckt wurden Populationen der asiatischen Tigermücke und es trat ein Fall von Chikungunya-Fieber im August 2015 sowie einen Monat später ein Fall von Dengue-Fieber auf. In diesem Zusammenhang warnt die Expertenkommission am FLI davor, dass im Sommer schon geringe Populationen ausreichen, um kleine Epidemien auszulösen.

Ein weiterhin interessantester Aspekt ist, dass nicht der Klimawandel allein für den Umzug der Stechmücke verantwortlich sein könnte, sondern mithin auch die Globalisierung. Einige Theorien sind bereits aufgestellt – angeblich kommen sie über den Handel mit Gebrauchtreifen (Asien gilt hier als großer Exporteur) auf dem Seeweg nach Europa und Amerika. Die Aedes-Weibchen legen Ihre Eier in den oberflächigen Wasseransammlungen der Reifen ab. Hier können die abgelegten Eier einige Monate bis Jahre überleben. Sicher ist bereits die Tatsache, dass die Eier bzw. sogar Larven über den Import von Zierpflanzen auf dem Seeweg den Zugang zu anderen Ländern finden. Zierpflanzen werden im Wasser transportiert, wie zum Beispiel der Glücksbambus.
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat bereits 2016 ein Paper zum Umgang mit der asiatischen Tigermücke veröffentlicht. Wer mehr wissen möchte:

www.fli.de/fileadmin/FLI/Publikationen/Handlungsempfehlung/Handlungsempfehlung_Konzeptpapier-Aedes-albopictus_2016-07-20.pdf

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